Fluke 540B Thermal Transfer Standard


Fluke 540B Thermal Transfer Standard

Der Fluke 540B Thermal Transfer Standard ist ein Gerät zur hochgenauen Wechselspannungsmessung. Damit können AC Voltmeter kalibriert und Kalibratoren eingestellt und gewartet werden. Thermal Transfer Standards gehören zu genauesten Messmethoden für AC Spannungen.

Gleichspannungen sind mit deutlich höherer Genauigkeit meßbar als Wechselspannungen, das ist der wesentliche Vorteil und eigentliche Zweck dieses Gerätes. Es geht darum die schwerer meßbare Wechselspannung in eine leichter messbare Gleichspannungsgröße zu wandeln, zu transferieren, daher auch der Begriff Transfer Standard. Ist es gelungen mittels des Thermokopplers die AC Spannung in ihren zugehörigen DC Effektivwert zu wandeln, so kann dieser wesentlich leichter über eine Vergleichsmessung mittels Galvanometer, interner Referenzspannung und der von außen angelegten DC-Bezugsspannung bestimmt werden.

Das Gerät kann daher keinen direkten Messwert ausgeben, wie man es von einem Voltmeter gewohnt ist - es kann einem nur sagen: "die angelegte AC Spannung hat nun den selben Effektivwert wie die angelegte DC-Bezugsspannung". Die spezifizierten Gerätewerte beziehen sich auf den vorherige Aussage, wie genau die AC Spannung in den zugehörigen Effektivwert transferiert worden ist. Daher sind für einen Transfer präzise, stabile und fein einstellbare DC-Spannungen unbedingt notwendig. Derartige DC-Kalibratoren gibt es viele, ein möglicher dafür ist z.B. der 343A.

Wenn beide angelegten AC und DC Spannungen den selben Effektivwert haben, erzeugen sie am selben Thermokoppler bei gleichen thermischen Umgebungsbedingungen die gleiche Joulesche Wärmemenge. Am Thermokoppler entsteht eine kleine elektrische Spannung/Wärme, ob diese nun per AC oder DC generiert worden ist spielt keine Rolle. Die Ausgangsspannung des Thermoelementes wird jeweils (Transfer DC oder Transfer AC) mit der einstellbaren internen Referenzspannung über ein empfindliches Galvanometer verglichen, das kleinste Unterschiede leicht detektiert. Wenn nun in beiden Schalterstellungen "Transfer DC oder Transfer AC" das Galvanometer keinen Ausschlag mehr ausübt, bezogen auf die interne Referenz, ist der Transfer durchgeführt.

Ohne ausführlich beschriebene Handbücher sollte man Geräte dieser Kategorie mit einer gewissen Vorsicht kaufen, es kann ein Indiz auf schlechte Behandlung sein, muss aber nicht. Es kann aber auch sein dass das Gerät einfach nur jahrelang ungenutzt in der Ecke stand, was häufig der Fall war. Wer noch nie damit gemessen hat braucht zur richtigen Bedienung zwingend das Handbuch, ansonsten tut man sich sehr schwer. Wenn man es jedoch einmal verstanden hat ist es leicht.

ACCURACY:

Range Frequency AC/DC Difference
All except 1000V 5 Hz to 50kHz +/-0.01%
1000V 5 Hz to 20kHz +/-0.02%
1000V 20kHz to 50kHz +/-0.04%
0.5 thru 50V 50kHz to 100kHz +/-0.05%
20 thru 50V 100kHz to 500kHz +/-0.1%
0.5 thru 10V 100kHz to 1MHz +/-0.1%
100 thru 500V 50kHz to 100kHz +/-0.2%

INPUT IMPEDANCE:

182 ohms/volt in all voltage modes.

OVERLOAD PROTECTION:

The entire instrument ist protected from accidental overloads of up to 1500 VDC or rms AC in any range.

ACCESSORIES:

nine Fluke Model A55 High Frequnecy Therma Converters are available for use with the Model 540B extending the frequency response to 50 MHz. See Instruction Manual of A55 converters for details. Fourteen Fluke Model A40 Current Shunts are available. Tranfer measurements of 2.5 mA to 2A over a frequency range of 5 Hz to 100 kHz with a basic transfer accuracy of +/-0.02%.  Also avialable Shunt A40A with special cable 6002-212860 and A45 Current Transfer Switch. See Instruction manual for details. The Fluke 540B Thermal transfer standard is equipment for highly accurate AC voltage measurements as well as for the calibration of AC voltmeters and calibration devices themselves. The equipment compares the applied AC voltage with an external DC voltage, which corresponds to the AC rms voltage. Both voltage produce the same amount of Joule's heat at equivalent Ohm's resistances under same thermal site conditions.  DC voltages are measurable with clearly higher accuracy than alternating voltages. The thermal transfer standard lets the AC voltage measure by more accurate DC voltage instruments. Necessarily for the AC measurement is a stable, well-known, adjustable DC reference voltage, the amplitude of the AC voltage should be as constant as possible. To AC-DC transfer inaccuracy is to be added the inaccuracy of DC reference voltage. Without the very detailed described instruction manual, measurements are difficult to handle, special at your first time. Don't buy instruments of these outstanding class without an instruction manual, it could be also an indication on bad device treatment.


Galvanometer und Aussteuerungsanzeige

Der linke Zeiger gehört zum Galvanometer, es zeigt bei abgeglichenem Gerät den Nullwert an, der Effektivwert der angelegten Wechselspannung entspricht dann der angelegten DC Spannung. Die Percent Input sollten möglichst nahe an den 100% liegen. Left instrument an galvanometer, the measurement is complete if the needle shows zero. The left rocker most used. Keep the signal level in the right instrument close to 100% for best accuracy.

thermischer Konverter A54-2 Voltage Plug-In Unit

14 Meßbereiche von 0,5 Volt bis zu 1000 Volt. In der Stellung Shunt sind mit externen Shuntwiderständen Wechselströme meßbar. Mittels kleinen externen Thermalkonvertern A55, lassen sich sogar Frequenzen bis zu etwa 50 MHz messen. 14 measurement ranges from 0.5 volts up to 1000 volts. Shunt position uses A40 resistors for AC current measurements. The HF thermal converter A55 expands frequency range up to 50 MHz.

Ein kleines Beispiel zur Bedienung des Gerätes:

Es soll der Effektivwert einer unbekannten AC Spannung gemessen werden:

Voreinstellungen:




fachgerechte Verkabelung vorbereiten, d.h. z.B. massives blankes nicht oxidiertes Kupfer z.B. mehradriges Telefonkabel, blanke Kupferkabelschuhe, kurze Leitungen, flexible Messleitungen sind wenn möglich zu vermeiden, Sense Anschlüsse nutzen oder bewußt ohne Sense Leitung mit definierter Messkabel Länge, die dann als ständiges Teil des Messobjektes zu sehen ist, eine Frage was man will.

Beginn der Messung an der AC-Spannung






Im Idealfall besteht beim Hin- und Herschalten von Galv OPEN und LOCK kein Unterschied, der Zeiger steht still. In diesem Fall haben beide Eingänge des Galvanometers dieselbe Größe, die heruntergeteilte interne Referenz ist am Galvnometer gleich der heruntergeteilten AC-Spannung. Man sollte den Zustand in der Sensitivity HIGH Position etwas genauer beobachten, muss man diesen Zustand z.B. ständig neu nachstellen, so ist entweder die interne Referenzbatterie nicht ausreichend stabil und verliert ständig leicht an Spannung oder die AC-Amplitude driftet weg oder als weitere Möglichkeit der Thermotransfer hat sich noch nicht auf einen ausreichend stabilen Wert eingeschwungen.

Beginn der Messung an der DC-Spannung:


AC-Quelle bleibt angeschlossen, DC-Quelle ist noch nicht angeschlossen.


Reference Adjust muss unverändert bleiben, nicht mehr daran drehen


Die nun gefundene DC-Spannung entspricht dem Effektivwert der zur transferierten AC-Spannung.

Wiederholung der Messung:


die Messungen sind mehrfach zu wiederholen, zunächst nocheinmal diesselbe Messung mit DC Polarity Switch PUSHED, eingedrückt. Die Polarität der angelegten DC-Spannung ist nun umgekehrt. Die Polung des Thermokopplers bewirkt bei diesem Gerät einen Unterschied von nur wenigen Teilstrichen in der Sensitivity HIGH Position. Der wahrscheinlich richtigere Wert ist der Mittelwert aus beiden. Ich kann über die Ursachen nur spekulieren, möglicherweise sind es Unterschiede in den Leckströmen der Schutzdioden des Thermokopplers. Wenn jemand die Ursache erklären kann, soll er sich bitte melden.

die ganze Mess Prozedur mit jeweils unterschiedlicher Polarität dreimal wiederholen und dabei Mittelwerte der Ergebnisse bilden.

Eine AC-Spannung kalibrieren:


die Messung geschieht umgekehrt, zuerst findet der DC-Transfer statt, dann erst der AC-Transfer. Hierbei wird die auszukalibrierende AC Quelle mit ihren Potentiometern solange verstellt bis die beiden Transfer Spannungen identisch sind. Die frisch kalibrierte AC-Spannung übernimmt dabei den zuvor eingestellten DC-Spannungswert.

Zusammenfassung:


bei der zeitlich langen Dauer der Messungen ist es offentlich, dass ein genauer Transfer nur gelingen wird wenn sehr driftarme DC und AC Quellen verwendet werden. Driftende Quelle einzusetzen ist sinnlos. Von hoher Bedeutung ist auch die Driftfreiheit und Qualität der internen Referenzspannung.


Interne Referenzspannung:


ursprünglich wurde dafür eine 1.35 Volt Quecksilberoxid Batterie verwendet, ausgelegt als Monozelle. Quecksilberoxid Batterien werden kaum mehr hergestellt, falls man doch noch Restbestände  irgendwo herbekommt ist es Glück. Quecksilberoxid Batterien haben die Eigenschaft einer sehr konstanten Entladekurve, eine für diese Anwendung essentielle Eigenschaft. Nutzer von älteren Foto Belichtungsmessern können ein Lied davon singen, sie ärgern sich oft über schlechte oder weniger gut haltbare PX625 Ersatzbatterien.

Der Thermal Transfer ist eine ratiometrische Angelegenheit, d.h. die Absolutwerte der Referenzbatterie spielt keine Rolle, es ist egal ob die Batterie während der Messung einen Wert von 1.35V oder 1.5V oder 1.2V aufweist, die Reference Adjust Potentiometer gleichen dies aus. Von hoher Bedeutung jedoch ist die Stabilität dieser Spannung während einer Messprozedur, wenn die Batterie wegläuft während des Zeitraumes z.B. vom DC-Transfer zum AC-Transfer ist die ganze Messung entsprechend fehlerbehaftet und die Präzision hinüber.

Nach einer geeigneten sehr driftarmen Ersatzbatterie habe ich sehr lange gesucht. Frisch geladene Akkus sind hierfür beispielsweise der Horror oder wie immer ständig leer durch Selbstentladung. Die Größe allein sagt nichts, entscheidend ist alleine die benutzte Technologie und Generation. Nach langem Suchen habe ich eine schöne Lösung gefunden, das Teil steht nun wunderbar still. Allerdings waren dazu wieder ein paar einfache schaltungstechnische Maßnahmen notwendig, die hier nicht genannt werden müssen, man würde mich dafür wieder zerhacken mit Bemerkungen wie: "ist der noch ganz dicht, sowas tut man doch nicht". Ich habe hierzu bei einer ähnlichen Situation meine Erfahrungen gemacht, ich hatte einst einfach nur einen Verstärker mit Wasser gewaschen und mir nichts dabei gedacht, das gab innerhalb des Internets einen Aufschrei das konnte man kaum beschreiben: "der ist verrückt" "IRRER" oder ähnlichem. Das tue ich mir diesmal nicht erneut an. Wer's trotzdem wissen will, der sende mir ein Foto von seinem 540B mit einer geöffneten Getränkeflasche davor, hergestellt von einem lokalen Getränkehersteller aus Deiner Region oder irgendwas orginelles zusammen mit dem Standard, das ist die Eintrittskarte, außerdem kriege ich so wenigstens mal ein paar interessante Fotos auf die Seite.

Thermischer AC zu DC Wandler

Das weiße (Abschwächer) und das graue Kästchen (thermischer Hoch Vakuum Konverter) sollten unbedingt nicht geöffnet werden, sehr zum Wohle des einjustierten Frequenzgangs. Das weiße enthält jede Menge Metallfilm Widerstände und Mica Kondensatoren, nicht mal daran rumbiegen. Don't open the high vacuum thermocouple and transfer compensated attenuator, calibrated frequency response can be accidentally degraded easily. Many metall film resistors and Mica capacitors inside.

Die linke Leiterplatte ist ein ca. 5 kHz Oszillator und ein Synchron Demodulator. Das Gerät hat einen magnetisch basierenden Modulator. Unten in der Mitte ist der "Saft" zu sehen, hier sind es NiCd Batterien vom Hersteller Saft, die noch aus Jahr 1979 stammen. Left hand PCB shows an 5 kHz oscillator and synchronous demodulator. Devices operates also with NiCd Battery.

Die obere Leiterplatte ist der magnetische Modulator. In der Bildmitte sieht man den Batteriehalter für eine 1.35V Quecksilber Mono Batterie (nicht eingesetzt). Gut zu erkennen an der Korrosion des Kontaktes, der Pflegezustand war vernachlässigt. Wenn der Standard einfach nur rumsteht, davon wird er in seiner Genauigkeit natürlich nicht schlechter, aber es ist später immer mit Arbeit verbunden, bis eine neue Inbetriebnahme rundum erfolgreich ist. Es ist leider üblich, war vielfach noch nie anders, bei allen Geräten mit internen Batterien: oft sind sie ungepflegt und vernachlässigt worden, Batterien und Akkus tiefentladen oder ausgelaufen, dadurch sind langfristig die Kontakte korrodiert und in den meisten Fällen unbrauchbar geworden. Die Korrosion setzt sich teilweise bis in die ersten Zentimeter der Kupferdrähte hinein fort, die Anschlußdrähte zum hin Kontakt sollte man daher auch ersetzen.


Kleiner Ausflug:

Auch Multimeter nutzen das Prinzip die Wechselspannung zuerst in eine Gleichspannung zu wandeln. Dazu gibt es verschiedene Methoden, eine davon ist beispielsweise die elektronische Präzisionsgleichrichtung. Viele fertige IC's sind hierfür erhältlich. Besonderer Vorteil der thermischen Methode ist auch eine weite Frequenzunempfindlichkeit, mit speziellen Geräten lassen sich auch die Bereiche in der Hochfrequenz abdecken. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil thermischer Methoden ist der Dynamikumfang, die Fähigkeit auch Signale mit höherem Scheitelfaktor zu verarbeiten, viele elektronische Verfahren kommen hier schneller an ihre Grenzen, was der 540B an Scheitelfaktor verarbeiten kann ist mir unbekannt, spielt auch weniger eine Rolle, da sinusförmige Signale in der Kalibration die Regel sind. Für rms Messungen nicht sinusförmiger Signale eignen sich auch Instrumente wie 3400A oder 3403C , deren Messungenauigkeit verglichen mit dem Thermal Transfer spielt bei nichtsinusförmigen Signals eine untergeordnete Rolle. Es gibt aber auch thermisch arbeitende IC's, beispielsweise der LT1088 (obsolete) von Linear Technology. Er vereint zwei Heizkreise auf einem IC und kann höhere Frequenzen und Scheitelfaktoren verarbeiten, lesenswert dazu sind die Applikations Beispiele für diesen Baustein.


Zurück zum Thermal Transfer:

wie man aus den Bilder sehen konnte, war der Standard in einem nicht funktionsbereiten Zustand. Die 1.35V Referenz Batterie fehlte und auch die Nickel Cadmium Akkus waren bereits sehr altersschwach. Die Ladeschaltung schaffte es zwar noch die Akkus nahe an die NiCd Ladeschlußspannung zu bringen, einige einzelne Zellen jedoch schwächelten jedoch sehr und verloren bereits nach einer halben Stunde deutlich an Spannung. Üblicherweise reicht eine Akkuladung für ca. 100 Stunden, die Referenzzelle wurde mit ca. 2000 Betriebsstunden angegeben. Eine Akkuladung sollte ca. 16 Stunden dauern.

Normalerweise sind NiCd Akkus bei richtiger Pflege und Lagerung eine sehr zuverlässige und langlebige Akkutechnologie, aber den gezeigten Exemplare wurde die richtige Behandlung in den letzten Jahren verweigert. Sie waren bereits tiefentladen und lagerten wahrscheinlich lange innerhalb dieses ungünstigen Ladezustand. Man muss allerdings fairerweise auch dazu sagen, die Akkus sind bereits 28 Jahre alt. In solch einem Fall sollten neue verwendet werden.

Die NiCd Akkus sind zwei Blocks zu je zehn Zellen in Serie. Die verbaute Größe ist Sub-C, eine Größe die fast nur in industriellen Geräten zu finden ist, in kommerziellen jedoch seltener. Die Preise dieser Bauform ist höher verglichen zu üblichen Größen, außerdem sind Sub-C nicht an jeder Ecke zu kaufen. Was nun? 

Unbedingt wollte ich umsteigen auf handelsübliche Größen. Zellen der Größe Mignon würden problemlos in den vorhandenen Bauraum passen, die hatten mir aber eine zu geringe Kapazität. Babyzellen hätten eine höhere Kapazität, jedoch passen sie nicht mehr ohne Umbau ins orginale Batteriefach. NiCd oder NiMH Akkus hätten auch den Vorteil, man könnte die originalen Ladeschaltung verwenden, sie haben aber zwei entscheidende Nachteile:

Insbesondere Quecksilber-Oxid, NiCd und Blei-Säure Akkus sollten unbedingt fachgerecht entworgt werden, da sie umweltgefährdende Schwermetalle enthalten. Die alten 540B Akkus wurden daher über eine Rücknahmestelle entsorgt.


Der gute alte Blei Säure Akkumulator 

Bleigel Akkus sind bei korrekter Behandlung, Lagerung und Ladung sehr langlebige und zuverlässige Energiespeicher und dazu noch preiswert. Die Exemplare, die auf den folgenden Bildern gezeigt werden sind von hoher Qualität, neueren Baujahrs und stammen sogar von einem preiswerten Elektronikversender, de-facto umsonst verglichen zu NiCd oder NiMH, dazu noch mit einer brachialen Kapazität, die sonst nur mit hochwertigen Monozellen zu erreichen ist. Zwanzig gute NiCd Monozellen kosten ein Vielfaches verglichen zu den Bleigel Akkus. Mit einer Kapazität von 7.2Ah läßt sich sehr sehr lange messen, spannungsstabil ist das auch.

Die spezifizierte Selbstentladerate dieses 12V/7.2Ah Bleigel Akkus liegt bei bei etwa:

nach 3 Monaten 80% @27°C
nach 7 Monaten 50% @27°C

nach 3 Monaten 90% @16°C
nach 7 Monaten 75% @16°C
nach 13 Manaten 50% @16°C

Mit dieser Selbstentladerate läßt sich gut leben, alle 2 Monate werden die verbauten Akkus sowieso über ein externes modernes spezielles Bleiakku Ladegerät nachgeladen, so sind sie immer einsatzbereit und sollten hoffentlich lange halten. Ein vollgeladender Akkus hat im Ruhezustand (nach Volladung und ca. 2h Wartezeit) eine Leerlaufspanung von ca. 12.9 Volt. Grundsätzlich sollten Blei-Akkus nicht unterhalb 12.6V über einem längeren Zeitraum gelagert werden, sie dürfen im Gebrauch natürlich auch darunter entladen werden, jedoch sollte baldmöglichst nachgeladen werden. Informationen über Blei Akkus gibt es reichlich, man muss allerdings lange in diesem Zahlensalat der verschiedensten Quellen herumsieben um das wesentliche für diese Applikation zu erkennen.


Umbau des Gehäuse


Die Blei Akkus passen natürlich nicht mehr in das Gehäuse, dann muss das Gehäuse eben nach außen verlegt werden, gesagt getan:


Zeigt die ursprüngliche Ladeschaltung, die hier bereits etwas abgeändert worden ist. Der Batteriehalter bleibt unbenutzt. Die gelben Kondensatoren wurden angebracht und die Gleichrichterdioden abgeklemmt, da sie nicht mehr benötgt werden und mit Sperrströmen nur die Akkus belasten würden (minimalst, eher lächerlich wenig). In den grünen Plastikschalen befanden sich die Sub-C Akkus. Durch die Bohrung der ehemaligen Netzsicherung wurden geschirmte Anschlußleitungen für die Akkus gelegt, der Schirm ist nicht stromführend, er liegt am Gehäusepotential, zu erkennen an den Kupferösen.


Hier wurden nun die Akku Anschlussleitungen herausgeführt und entsprechend befestigt. Der untere Rahmen aus Kupferleiterplatten und den Aluwinkeln bildet das Tragegestell für die Akkus. Das Gestell ist gestützt durch zwei zusätzliche Gummifüße darunter.


Um es gleich vorweg zu nehmen so sieht das Gehäuse im fertigen Zustand aus. Rundum geschlossen mit zweiseitiger Kupferleiterplatte, zusammen mit den geschirmten Leitungen entsteht so ein schöner Schirmkäfig, die Batterien wollte ich nicht offen rumstehen lassen. Aus optischen Gründen wurde die Kupferoberfläche leicht anpoliert und anschließend überlackiert mit Klarlack.

Galvanometer Akku
Zeigt den Akku für den Galvanometer Schaltungskreis. Rechts daneben in der kleinen Dose befindet sich die Referenzzelle. Die langen isolierten M6 Schrauben im Deckel fixieren bei montiertem Deckel den Akku an seiner Position und verhindern ein Verrutschen. Die Referenzzelle ist fest verschraubt, als Basis diente eine alte Medikamentendose; wieder ein Beispiel dafür wie sich selbst Müll ausgezeichnet mit hochwertigster Messtechnik kombinieren läßt. Vom Medikament stammt auch der Aufkleber "zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt", das hat natürlich nichts mit der Zelle zu tun.

Batterie für den Search Amplifier
Auf der rechten Gehäusehälfte dasselbe wie links. Nur sind diesmal die Akkus für den Search Amplifier zu sehen. Dies sind zwei in Serie geschaltete 6V Akkus. Der Schaltkreis benötigt eine Mittenanzapfung. Alle nach außen führenden Akkus erhielten eine zusätzliche Schmelzsicherung als Brandschutz für unvorhergesehe Dinge, man weiß ja nie.

Ladeanschluß          

Auf jeder Gehäuseseite befindet sich eine Ladebuchse zum Anschließen der Akkuladegeräte. Verwendet wurde eine hochwertige und stabile 180 Grad DIN Einbaubuchse. An die beiden vorhandenen Ladegeräte wurden zwei entsprechende Gegenstecker montiert. Alle meine Messgeräte mit interner 12V Akkuversorgung tragen nach außen hin dieselbe Ladebuchse und Anschlussbelegung. In der Praxis ist diese Methode äußerst hilfreich, zwei Ladegräte für alles. Bei Bedarf einfach anstecken und die Lader rein in die Steckdose,  nur die grüne LED zur Ladeende Anzeige am Ladegerät abwarten -fertig -.  Die Low Batt Anzeige wurde neu auf die Blei Akkus eingestellt.

Akkuladegerät  

Das Schöne an diesen modernen Ladern ist, man kann sie auch mal vergessen wieder abzuklemmen, sie stellen automatisch um auf Erhaltungsladung. Das Vergessen des Wiederabklemmens ist sogar ein Betriebszustand fast schon wie geboren für Bleiakkus.

Ein NiCd Akku hingegen in konventioneller alter Methode geladen wie es die originale Ladeschaltung vorsieht, sollte spätenstens nach 72 Stunden wieder vom Netz. Die originale Ladeschaltung für die originalen Sub-C hat keine Endabschaltung oder ähnliches, fairerweise muss man dazu auch den Zeitpunkt der damaligen Geräteentwicklung betrachten, damals gab es halt noch keine Lade-Controller-IC wie heute.

Der Gewinn an Komfort durch Bleiakkus in Kombination mit Ladetechnik aus dem 21. Jahrhundert ist schon eine schöne Sache. Auf diese Weise lade ich mir ohne Stress, Angst, Vergesslichkeit und Gefummel meinen ganzen Batterie betriebenen Messgeräte Park, die Ladebuchsen bekamen bewußt an allen Geräten dieselbe Anschlussbelegung.

Das ganze Gehäuse ist leicht zu entfernen, damit man wieder an die Innereien des Standard herankommen würde. Es ist lediglich mit der Geräte Ober- und Unterseite verschraubt und kann einfach nach hinten abgezogen werden. Es hat wirklich eine nette Weile an Überbelegung gedauert wie eine sinnvolle Akkuhalterung aussehen könnte, einiges an anderen Lösungen wurde verworfen. Auch der Aufbau des Kastens und die Verdrahtung hat wahrlich seine Zeit gedauert, an einem einzigigen Tag schafft man sowas nicht unbedingt.

Es existiert noch ein zweiter 540B, der auch in Betrieb genommen wird, allerdings werde ich mir diesmal nicht die viele Arbeit machen nochmal einen schönen glänzenden Kasten zu bauen. Das zweite Gerät dient zur Verifizierung der Messergebnisse des Ersten.



Hier das Bild vom zweiten Gerät. Diese Ausführung ist ein wenig älter als das bisher gezeigte. Das Gerät wurde vom Vorbesitzer auch an Batterien betrieben, er hat sie außerhalb daneben gestellt, leider wurden die sieben Anschlussdrähte der Batterien einfach abgeschnitten und keiner weiß mehr wo welcher Draht hinkommt an welche Batterie, hierbei beim Wiederanschließen einen Fehler zu machen wäre fatal. Daher blieb mir nichts anderes übrig als den schönen Kabelbaum aufzuschneiden und schauen wo was hingeht und zu überlegen was wo dran kommt. Das Manual ist dafür natürlich hilfreich. Leider war die Drahtfarbe komplett anders als im neueren Modell - abschauen - ging nicht. Alles rausgefunden, Kabelbaum wieder zusammengebunden und Akkus angeschlossen. Geladen werden die Akkus mit diesem Ladegerät, dazu werden sie jedoch rausgenommen.

Das sind so die Fleißarbeiten, die immer sehr sehr viel Zeit benötigen, aber was will man tun? keine andere Wahl und dabei noch die Nerven behalten und keinen Fehler machen. Auf der Rückseite befinden sich ganz unspektakulär zweimal 10 Mignon Akkus in einem Batteriehalter auf die Rückwand geschraubt.

Mit diesen Standards misst es sich sehr angenehm und komfortabel, es macht richtig Spaß damit.




Ein Leserbild per Email zugesandt an Weihnachten 2013:

Moin Ralf,

du wolltest doch immer mal nen "etwas anderes" Fluke540B-Bild für deine website.....zumindest hast Du das doch in Deinem Artikel geschrieben....

Ungewöhnlich genug? Ich nenne es "Mini-Nerd am Transfernormal"

Ich bin ja sooooooo stolz auf unseren Kleinen und seinen guten Geschmack :-))


Jugend sucht nach Neuem


Der junge Bub auf dem Weg zum frühen Meister,
beste Unterstützung vom "Hersteller" hat er garantiert.

Herzlichen Glückwunsch


(Ich sage nicht von wem das Bild stammt, Datenschutz.)



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